Grundlagen
Was ist ein VPN und wie funktioniert es? Einfach erklärt

Inhalt
Ein VPN ist eine verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem Server, über die der gesamte Internetverkehr Ihres Handys oder Computers läuft. Websites sehen statt Ihrer Adresse die des Servers. Ihr Internetanbieter und der WLAN-Betreiber sehen nur, dass Ihr Gerät mit einem einzigen Server Daten austauscht. Was sich dadurch ändert und wo der Schutz endet, sieht man am einfachsten, wenn man einer einzelnen Anfrage folgt.
Was ein VPN ist, einfach erklärt
VPN steht für Virtual Private Network, auf Deutsch virtuelles privates Netzwerk. Dieses Netzwerk hat nur zwei Punkte: Ihr Gerät und einen Server des VPN-Anbieters. Privat wird es durch die Verschlüsselung. Niemand dazwischen kann lesen, was von einem Punkt zum anderen fließt.
Virtuell heißt es, weil es physisch dasselbe Internet ist, das Sie ohnehin zu Hause oder im Café nutzen. Die App verschlüsselt, was Ihr Gerät sendet, und schickt es an eine einzige Adresse. Der Server geht dann in Ihrem Auftrag ins Internet.
Der Weg einer einzelnen Anfrage
Angenommen, Sie sitzen in einem Café und öffnen auf dem Handy eine Wetterseite.
Ohne VPN läuft die Anfrage über das WLAN des Cafés ins Netz Ihres Internetanbieters und von dort zur Website. Jeder, über dessen Technik sie läuft, sieht, wohin sie geht. Der WLAN-Betreiber und Ihr Anbieter wissen, welche Seite Sie wann geöffnet haben, und bei Seiten ohne HTTPS sehen sie auch den Inhalt. Die Wetterseite erhält Ihre echte IP-Adresse und damit den Namen Ihres Anbieters und die Stadt, in der Sie sich befinden.
Mit VPN geht dieselbe Anfrage zuerst an die App. Die App verpackt sie in ein verschlüsseltes Paket, das nicht an die Wetterseite adressiert ist, sondern an den Server des VPN-Anbieters. Das Café-WLAN und Ihr Anbieter leiten das Paket weiter, können es aber nicht öffnen, denn den Schlüssel haben nur Ihr Handy und der Server. Der Server packt die Anfrage aus, ruft die Seite selbst ab und schickt sie Ihnen auf demselben Weg zurück. Das gilt für den gesamten Datenverkehr des Geräts, nicht nur für den Browser. Messenger, Spiele und andere Apps nutzen denselben Kanal, und keine davon muss eigens eingerichtet werden.
Für den WLAN-Betreiber und Ihren Anbieter sieht der ganze Abend jetzt wie ein einziger verschlüsselter Datenstrom zwischen Ihrem Handy und einem Server aus. Beide sehen, wann er lief und wie groß er war, aber nicht, welche Websites darin stecken. Die Wetterseite sieht die Adresse des Servers und nimmt an, dass der Besucher dort ist, wo der Server steht.
Bleibt der VPN-Anbieter. Er steht jetzt dort, wo vorher Ihr Internetanbieter stand. Er kennt Ihre Adresse und weiß, an welche Websites Ihre Anfragen gehen, auch wenn der Inhalt von HTTPS-Seiten selbst für das VPN verschlüsselt bleibt. Ein VPN schafft den Mittelsmann also nicht ab, sondern tauscht ihn aus. Deshalb verdient die Wahl eines VPN-Dienstes dieselbe Sorgfalt wie die Wahl einer Bank oder eines E-Mail-Anbieters.
Wofür man ein VPN nutzt
Websites und Apps öffnen, die in Ihrem Netz nicht funktionieren
Den Zugang zu einzelnen Websites können der Internetanbieter, der Administrator eines Firmen- oder Campusnetzes oder der Mobilfunkanbieter sperren. Manchmal wird eine Seite nicht gesperrt, sondern so stark gedrosselt, dass ihre Videos nicht mehr laden. Über ein VPN läuft die Anfrage an diese Seite im verschlüsselten Kanal, und der Filter kann sie nicht vom übrigen Datenverkehr unterscheiden. Solche Sperren zu umgehen ist der häufigste Grund, ein VPN zu installieren.
Gewohnte Dienste auf Reisen nutzen
Manche Streamingdienste und Onlineshops funktionieren nur für Besucher aus bestimmten Ländern. Wenn Sie im Ausland sind, verbinden Sie sich mit einem Server im gewünschten Land, und der Dienst sieht eine Adresse von dort.
Die eigene IP-Adresse für sich behalten
Eine Website muss nicht wissen, welchen Anbieter Sie nutzen oder in welchem Stadtteil Sie wohnen, und Ihre IP-Adresse verrät beides. Mit VPN bekommen die Seite und die darin eingebauten Analyseskripte stattdessen die Adresse des Servers.
Wo der Schutz endet
Ein VPN schützt die Strecke zwischen Ihrem Gerät und dem Server. Was auf dem Gerät selbst oder auf der besuchten Website passiert, ändert es nicht.
- Ihr Gerät. Wenn eine App auf Ihrem Handy mehr Daten sammelt, als sie sollte, tut sie das auch bei eingeschaltetem VPN. Heruntergeladene Dateien prüft ein VPN ebenfalls nicht. Dafür gibt es Systemupdates und Virenschutz.
- Die Website und Ihr Konto. Was Sie einer Website selbst mitgeteilt haben, bleibt dort, ob Benutzername, Telefonnummer oder Lieferadresse. Auch Cookies und Browsereinstellungen bleiben, und an ihnen erkennt eine Seite Sie selbst unter einer anderen IP-Adresse wieder. Anonym macht ein VPN Sie nicht.
- Die Regeln der Dienste. Manche Dienste reagieren vorsichtig auf Anmeldungen über ein VPN, verlangen dann eine Bestätigung, dass Sie es wirklich sind, oder schalten einzelne Funktionen ab.
Wie ein VPN die Geschwindigkeit beeinflusst
Mit VPN macht jede Anfrage einen Umweg über den Server. Steht der Server am anderen Ende der Welt, kommen die Antworten später an als von einem Server im Nachbarland. Bei Websites und Videos merkt man das selten, für Anrufe und Onlinespiele lohnt sich aber ein Land in Ihrer Nähe.
Es geht auch umgekehrt. Wenn Ihr Anbieter eine bestimmte Seite absichtlich drosselt, lädt sie über ein VPN meist ganz normal, weil der Anbieter nicht sieht, wohin der Datenverkehr geht. Ansonsten macht ein VPN Ihr Internet nicht schneller. Schneller als Ihre vorhandene Verbindung kann es nicht sein.
Warum manche VPNs gesperrt werden und andere nicht
Ein Protokoll legt fest, wie sich App und Server auf die Verschlüsselung einigen und Daten austauschen. Klassische VPN-Protokolle haben ein erkennbares Verkehrsmuster. Netze, die den Datenverkehr filtern, erkennen und blockieren sie deshalb zuerst. Neuere Protokolle lassen die Verbindung wie den gewöhnlichen verschlüsselten Datenverkehr von Websites aussehen, und der ist viel schwerer herauszufiltern.
Bebra nutzt VLESS + REALITY, XHTTP, Hysteria2 und Shadowsocks. Von Hand auswählen müssen Sie keines davon. Die App wählt Protokoll und Route selbst und wechselt von sich aus zu einer anderen Route, wenn eine nicht mehr funktioniert. Mehr dazu auf der Seite zu den Technologien.
Wie Sie ein VPN auswählen
VPN-Dienste gibt es unzählige, und ihre Werbung klingt überall gleich. Besser unterscheiden lassen sie sich mit ein paar praktischen Fragen.
- Gibt es Apps für alle Ihre Geräte, vom Handy und Computer bis zum Fernseher und, falls nötig, zum Router?
- Wie viele Geräte können ein Abo gemeinsam nutzen?
- Gibt es Server in den Ländern, die Sie brauchen?
- Wie geht der Dienst mit Sperren um? Wie viele Protokolle bietet er, und wechselt er von selbst, wenn eines nicht mehr funktioniert?
- Wo erreichen Sie den Support, und wie schnell antwortet er?
- Können Sie den Dienst günstig testen, bevor Sie für ein ganzes Jahr bezahlen?
Noch ein Wort zu kostenlosen VPNs. Server und Bandbreite kosten Geld, also muss jeder kostenlose Dienst sie irgendwie finanzieren. Lesen Sie vor der Installation nach, womit er Geld verdient und was er über die Daten seiner Nutzer sagt.
VPN einschalten am Beispiel von Bebra
Mehr als eine App und die Wahl eines Landes braucht es dafür nicht.
Laden Sie die App herunter
Bebra gibt es für iPhone und iPad, Android, Windows, Mac, Linux, Android TV und Apple TV. Alle Versionen finden Sie auf der Download-Seite.
Öffnen Sie die App
Registrieren müssen Sie sich nicht. Die App legt selbst ein Konto für dieses Gerät an. Damit Ihr Abo auch auf Ihren anderen Geräten gilt, melden Sie sich mit Apple, Google, E-Mail, Telegram oder einem Einmal-Code an.
Tippen Sie auf eine Länderkachel
Die Verbindung startet sofort, eine eigene Schaltfläche „Verbinden“ gibt es nicht. Sie wissen nicht, welches Land Sie nehmen sollen? Tippen Sie auf „Schnellste“. Zum Ausschalten des VPN tippen Sie unten auf dem Bildschirm auf „Trennen“.
Prüfen Sie die Verbindung
Oben steht „Verbunden mit“ und dahinter das gewählte Land. Websites sehen jetzt die Adresse eines Servers in diesem Land, nicht Ihre.

Jeder Tarif umfasst alle 187 Länder, und ein Geräte-Limit gibt es nicht. Um Bebra auf Ihren eigenen Geräten auszuprobieren, beginnen Sie mit dem Testzugang für 10 ₽. 3 Tage voller Zugriff, danach 500 ₽ pro Monat. Das Abo verlängert sich automatisch.
Fragen und Antworten
Ist ein VPN dasselbe wie ein Proxy?
Nein. Ein Proxy wird meist für einen Browser oder eine App eingerichtet und verschlüsselt nicht immer. Ein VPN leitet den gesamten Datenverkehr des Geräts durch einen geschützten Kanal, sodass Sie nicht jedes Programm einzeln einrichten müssen.
Brauche ich ein VPN, wenn eine Website schon HTTPS nutzt?
HTTPS verschlüsselt den Inhalt der Seite, aber Ihr Anbieter weiß trotzdem, welche Website Sie aufgerufen haben, und die Website kennt Ihre IP-Adresse. Ein VPN verbirgt die besuchten Seiten vor dem Anbieter und zeigt der Website stattdessen die Adresse des Servers.
Macht mich ein VPN anonym?
Nein. Es ändert die IP-Adresse, die Websites sehen, und schützt die Verbindung, löscht aber nicht, was Ihre Konten und Ihr Browser bereits über Sie verraten.
Funktioniert ein VPN auch mit mobilen Daten?
Ja. Ein VPN läuft über jede Verbindung, ob WLAN zu Hause, mobile Daten oder ein Hotelnetz.
Auf wie vielen Geräten kann ich Bebra nutzen?
Auf so vielen, wie Sie möchten. Ein Abo gilt für alle Ihre Geräte, ganz gleich, wie viele es sind.



